25 Minuten – 1x IKEA

by frjk on 11. Dezember 2008

Gestern war ich zum ersten Mal in einem IKEA-Haus nahe Köln. Es war eine Spontanität und vielleicht deshalb blieben mir und meinen Mit-Konsumenten (zwei IKEA-liebende Frauen, von denen ich davon überzeugt wurde, dass es eine gute Idee sei, dort hinzufahren, weil der Laden wahrscheinlich bis 22:00 Uhr geöffnet habe) nur 25 Minuten, um die Weiten eines fantastischen IKEA-Möbelhauses zu erforschen. Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küche, Bad & Krimskrams. Aufgeteilt in authentische Themenwelten. Ich bin beeindruckt.

20:37 Uhr Wir haben unsere Reise bei den Schlafzimmern begonnen und mir wurde klar, dass ich eine große Müdigkeit verspürte. Wie gern hätte ich mich dort in die Kissen gekuschelt und die riesigen und dennoch unauffälligen Deckenfluter abgeschaltet. Dazu fällt mir ein, dass es im Kölner Hauptbahnhof einmal eine Werbeaktion gab, bei der die Kunden aufgefordert wurden, probeweise in den Betten von IKEA zu schlafen. Das war kein Witz – welch lustige Firma – und beachte die Plakate (siehe oben) aus einer betrunkenen, echteren Perspektive; du wirst entdecken, dass Liebe, Neugier und titanische Lust auf Freiheit das Bild von IKEA zeichnen.

20:44 Uhr Weiter zum Wohnzimmer – Gemütlich und leider meist spießiges Ambiente versprühend. Natürlich wäre es eine “tolle Erfahrung”, in einem PÖANG-Sessel Pornos zu gucken oder Playstation zu spielen, aber die Einrichtung der Wohnzimmer wirkte auf mich lediglich kalt. Dennoch gemütlich :-)

EXPEDIT-Regal. Quadratisch, praktisch, kalt. Für Schubladendenker und Designlaien bestens geeignet, um Kuddelmuddel und andere Staubfänger fachgerecht in die Umgebung einzuprogrammieren. Das Wabenprinzip verleiht Sorglosigkeit, Stabilität und zugleich Flexibilität eine technologische Note. Ich muss zugeben, dass ich es mir auch kaufen würde, wenn ich genügend Raum zur Verfügung hätte.

20:51 Uhr Im Küchenbereich begegnete uns eine verlockende Krankenhausatmosphäre, gespickt mit den wichtigsten Details für unser Leben im wohl wichtigsten Mikrokosmos des Universums: Der Küche. Ceran trifft die Sterne, die Hausfrau ist glücklich, die Kinder können alles einsauen, denn IKEA-Küchenmobiliar ist pflegeleicht und stets praktisch – so auch der Pfannenwender für Woks, KONCIS. Filigrane Pseudo-Eleganz verzaubert mich und forciert Gedanken an vergangene (durch die Benutzung des Woks natürlich wunderschöne und unvergessliche) Wok-Abende mit guten Freunden…

Im Badezimmer sehen wir einen (fast) lebendigen Schwan aus purem Silber. Er ist stumm, jedoch kann man herrlich an ihm herumdrehen und -gucken. Sein Kopf beugt sich demütig dem Konsumenten entgegen und sagt artig:

Benutze mich. Mein Name ist GRUNDTAL. Willkommen in der Badezimmer-Themenwelt – suchst du vielleicht neue Kissenbezüge? Design ist keine Frage des Geschmacks, sondern eine Frage für IKEA.

Dem ist nicht mehr viel hinzuzufügen…

Außer unsere abschließende Erkundung der Krimskrams-Themenwelt um 20 Uhr fünfundfünzig.  Interessanterweise tummelten sich hier die meisten Konsumenten und meine beiden Reiseleiter, die ich zu Beginn erwähnt hatte, kauften hier immerhin +10 Artikel. Der Grund war mir nicht gleich klar, bis ich die Preise aufmerksamer betrachtete. Alles in diesem Bereich war unverschämt billig. Ich liebäugelte mich einigen wunderbaren (und ebenfalls sehr günstigen) Kakteen im Designertopf. Nachdem eine Lautsprecherdurchsage die verbliebenen Kunden darauf aufmerksam gemacht hatte, bitte endlich den Laden zu verlassen, schlenderten wir zu den Kassen. Diese wiederum fand ich unglaublich unpraktisch. Das Band der Kasse war höchstens 47cm breit…

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