Man kann mir erzählen, was man will – ich finde Aggro Berlin und die Rap-Derivate aka Sido, B-Tight, Tony Damager und Co. schon nach wenigen Jahren im Business legendär! Ich habe damals zum ersten Mal auf MTV den Weihnachtssong gehört und fand Sido total scheiße. Drei Jahre später bin ich an ein Album von Deinen Lieblingsrappern gestoßen und war verliebt. Völlig auf dem Aggro-Trip, ohne jemandem auf die Fresse zu hauen! Das hält bis heute an und ich lerne aus der “Musik”, dass sie lediglich marketingtechnisch Brutalität vermittelt. Wenn man nämlich mal genauer hinhört, dann kann man leicht bemerken, dass 99% der Aggro-Raps purer Spaß sind und mit Sicherheit nicht zum Töten oder sonstiger Gewalt aufrufen.
Es gibt nur wenige Crews, die so selbstverliebt (das ist sehr gesund!) und sarkastisch (ebenfalls sehr gesund!) ihren Humor in abgedrehte Reime verpacken. Eigentlich fällt mir nur noch Frauenarzt und seine Atzenmusik ein, aber das ist eine andere Geschichte.
Hochmut? Eher nicht.
Woher kommt die Spaltung der Nation beim Thema “Aggro Berlin & Co.”? Ich habe keine Ahnung und es ist mir auch egal, denn wenn ich mir vom neuen Album (Ansage Nr. 8) beispielsweise “Egoist” (B-Tight aka Bobby Dick) anhöre – die Welt ist in Ordnung!
Natürlich sind diese komischen Typen mit Maske (oder ohne) total bescheuert und sicher sehr eingebildet. Jedoch ist deren Einstellung völlig gerechtfertigt, denn: Wer macht bitte erfolgreichere Musik in einem Business, das in Deutschland stets eine winzige Nische dargestellt hat? Richtig. Niemand. Aggro Berlin hat einen Nerv getroffen und sahnt kräftig ab…
Wann kommt der Fall?
Nicht in absehbarer Zeit. Und das freut mich ungemein! Dies ist mein persönlicher “Thumbs up”-Artikel für ein Hassobjekt mit Stil. Das kann man kopieren, aber trotzdem ist das Original das Geilste. Das ist ja immer so ;-)


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