Gedanken / Geistesblitze: Macht Hartz IV asozial?

by frjk on 19. August 2009

Fabelhafte Fiktion: Ein typischer Hartz IV Empfänger bekommt seine Spenden gekürzt und muss fortan von weniger Geld leben. Wäre das wirklich so schlimm? Bekommen die faulen Lümmler nicht längst genügend Kohle in den Hintern gesteckt? [...] Ich höre die wutentbrannten Schreie in meinem Ohr hallen und lächle verschmitzt. Ich kann mir das leisten. Im doppelten Sinn sogar! Nun möchte ich jedoch auf das eigentliche Thema zu sprechen kommen:

Macht Hartz IV asozial?

Ich hatte mal einen Freund, der wollte erfolgreich werden – hat aber nichts dafür getan und letztlich ganz feige Hartz IV beantragt. (Feige deshalb, weil es so viele Möglichkeiten der Selbstständigkeit gibt, dass ich zu amüsiert bin, um alle aufzuzählen!) Nun bekommt dieser Mensch monatlich so ziemlich alles bezahlt. Dieser Mensch (der jetzt übrigens nicht mehr mein Freund ist: zu asozial) steht dennoch nach knapp 2 Wochen vor der Frage, wie der nächste Einkauf getätigt werden soll. Fazit: Alles versoffen oder verraucht. Meine Frage: Muss das sein? Ist es eine zwingende Folge davon, dass man Hartz IV beantragt und sich so mit Millionen (Gleichgesinnte, Jobverlierer, Frührentner, etc.) gedanklich verbündet und schließlich in puren Armutsgedanken kleben bleibt?! Muss das wirklich sein? Macht Hartz IV asozial oder gibt es eine gewisse Veranlagung für Menschen, die zu faul, feige oder freaky sind, um für sich selbst zu sorgen? HILFE!

Ich bin ein Glückskeks aus Holz!

Damit wir uns verstehen: Ich denke nicht, dass es asozial ist, geschenktes Geld anzunehmen und faul vor dem Fernseher zu sitzen! Jedoch empfinde ich beispielsweise das Verhalten des besagten früheren Freundes asozial – diese Verhaltensänderung hat sich zwar nicht plötzlich ergeben, wurde aber meines Erachtens durch Hartz IV und seine Eigenschaften als Damoklesschwert begünstigt. Ich meine zum Beispiel Ruhestörung im Haus (es handelt sich um einen früheren WG-Mitbewohner [siehe WG: Putzplan kläglich gescheitert]), die “Unfähigkeit” aufzuräumen und für allgemein akzeptierte Sauberkeit zu sorgen, Körperpflege, Verhalten innerhalb einer von mir beobachteten “Liebesbeziehung”, etc.

Diese Aspekte kannte ich zuvor nicht in einem solchen Ausmaß und ich weigere mich strikt dagegen, dem wenigen Geld (Hartz IV) die Schuld daran zu geben, dass eine gesunde Mitmenschlichkeit und Hygiene unmöglich ist.

Wen die Überschrift wundert – vor ein paar Wochen habe ich mir im Aldi Glückskekse (die kleinen gebackenen Orakel) gekauft und in einem war die folgende Botschaft:

“Dein ALG II – Antrag ist so gut wie durch!”

Das klingt witzig, ist aber erschreckend, weil…

…Empfänger von Hartz IV das als Leistung bezeichnen!

Es entspricht absolut nicht meiner Vorstellung von einer Leistung, wenn man durch das “soziale Auffangnetz des Staates” Geld für nix geschenkt bekommt! Es gibt sicherlich Fälle, bei denen eine plötzliche (?) Kündigung oder eine Krankheit der Grund für den ALG II – Antrag sind – ich unterstelle jedoch mindestens 40% aller Hartz IV – Empfänger schlichte Faulheit und / oder die Unfähigkeit für sich selbst zu sorgen. In einem solchen Fall (=Unmündigkeit!) sollten keine Geldmittel überwiesen, sondern die Betroffenen in eine Art betreutes Wohnen EINgewiesen werden. Falls jemand die Straßen Mülheims kennt, dann weiß er, dass 90% des Geldes indirekt im Abfluss landen, nämlich als Endprodukt einer weiteren durchsoffenen Nacht vor dem Fernseher oder neuerdings: Im Internet – kostet ja nicht mehr viel…

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