Nachdem ich meinen Zigarettenkonsum aufgrund meiner großartigen neuen Verliebtheit erheblich reduziert hatte, habe ich nun (vor drei Tagen) den Entschluss gefasst, das Rauchen ganz sein zu lassen. Wow, was für eine Entscheidung! Natürlich war das nicht das erste Mal, sondern wahrscheinlich der 349. Versuch, die Qualmerei zu beenden, jedoch sind mir nun endlich einige Dinge über das Rauchen bewusst geworden; zuerst habe ich erkannt, dass ich vorher nicht wirklich bereit war, die Zigaretten unangezündet zu lassen. Ich hatte schlicht überhaupt keine Lust, gesund zu leben und das Atmen neu zu lernen…
Ich tippe mal, dass jeder fünfte Leser hier ebenfalls Raucher ist und ich werde nun nicht den lächerlichen Versuch starten, dir plötzlich einzureden, dass das Rauchen schlecht sei. Alles kommt immer zu seiner Zeit. Vielleicht laufe ich auch gleich schon wieder zum nächsten Kiosk und kaufe mir meine “geliebten” NIL-Kippen. Wir werden sehen. Hier also mein Nichtrauchertagebuch:
1. Tag
Ich scheitere kläglich. Meine Ambitionen haben sich in Rauch aufgelöst, denn ich habe insgesamt eine Zigarette konsumiert. Ich habe mich schlecht gefühlt und ein bisschen vor mir selbst geschämt. Ich fühlte mich als Versager und das war ich ja auch irgendwie.
2. Tag
Nicht schlecht. Die Analyse schreitet in Riesensprüngen voran und ich werde mir sehr, sehr krasser Dinge bewusst, die mir das Rauchen versagt haben. Zum Beispiel Gesundheit, Klarheit und ein wahrhaft wunderbarer Geruch. Ich rieche mich selbst wieder und ich rieche ganz gut. Gedanken zum Rauchen, den anhänglichen Assoziationen (dazu später mehr! sehr ausführlich und unglaublich dicht!) kommen in meinen Kopf. Ich spüre, dass ich nie wirklich abhängig war. Es gibt nicht die Substanz Nikotin als Bösewicht. Es war nie ein Stoff, den ich scheinbar brauchte. Es war die Entscheidung zur vermeintlichen Freiheit, die ich fünf lange Jahre wiederholt habe. Es sind tatsächlich schon fünf Jahre!
3. Tag
Freude über das bereits “Geschaffte”. Ich würde gern rauchen, aber ich bin froh, dass ich stark genug bin, um etwas anderes noch viel lieber zu wollen. Gesund sein und frei atmen. Ich fühle mich befreit, meine Sicht wird klarer und meine Gedanken kreisen nunmehr um die Nachteile des Rauchens. Ich bin mir des Lasters bewusst geworden und glaube, schon jetzt die kritische Grenze zu überschreiten… Zumindest kann ich sie in der Ferne sehen! Ohne Nebel.
