Der Super-GAU bezüglich der Löschaktion von E-Books auf dem hauseigenen Kindle hat (natürlich) für Aufsehen gesorgt. Jetzt möchte sich Amazon in aller Förmlichkeit bei den verärgerten Kunden entschuldigen und erstattet den “Betrogenen” den Kaufpreis zurück.
Das Kindle und Mr. Orwell
Das ebenso legendäre wie umstrittene Werk “1984″ aus der Feder von George Orwell wurde bei einer nett gemeinten Aktualisierung des Kindle aus dem Speicher des Geräts entfernt. Ebenso ein weiteres Buch, welches Orwell’s Ruf als Meister der Dystopie noch verstärkt haben dürfte: “Animal Farm”. Böse Zungen behaupten, dass es sich um Absicht handle, Amazon behauptet, dass es Probleme wegen der Urheberrechte gegeben habe. Wem sollen die Kunden glauben? Eine andere Frage: Ist es überhaupt ein Problem? Geschweige denn ein GAU?
Die Parallelen zum Google-Monopol
Amazon ist eine innovative Firma. Nach einem anfänglichen Nischendasein für Bücher kann Amazon heute mit Recht behaupten, der größte Marktplatz für so ziemlich alles im Internet zu sein. Google Inc. hat eine ähnliche Position als Monopol und eben dieser Status bereitet vielen Menschen arge Kopfschmerzen. Die Leute haben ein Problem damit, dass es Monopole gibt und dennoch benutzen sie weiterhin fleißig die “verhasste” Suchmaschine von Google. Auch die empörten Kunden werden weiterhin bei Amazon einkaufen, daran besteht kein Zweifel! Beide Firmen leisten großartige Dinge und revolutionieren in halsbrecherischer Geschwindigkeit die Welt der Medien. Das ruft Neider auf den Plan und auch die Missgünstigen. Man gönnt es den Monopolen meist nicht, dass sie unser Leben in so vielen Aspekten erleichtern und mit Spaß, Information und Fortschritt füllen. Das erscheint paradox, jedoch ist es leicht nachvollziehbar, wenn man sich vorstellt, mit was für einer miesen Laune die meisten Menschen vor dem Monitor sitzen. Sie fluchen und sie suchen. Sie diskutieren und sie konsumieren.
Amazon hat neben dem Kindle auch seine Prinzipien gelöscht
Ein Fehltritt und schon steht man als Arschloch da. Plötzlich glaubt einem niemand mehr und alle befürchten, dass schlimme Dinge passieren, wenn sie bei der betreffenden Firma Geschäfte abschließen. Letztlich spielt das doch überhaupt keine Rolle. Jeder macht Fehler, sagen die einen. Die anderen rufen laut, dass sich die großen Firmen solche Fehler nicht erlauben dürfen.
Ich denke, dass ein hochwertiger Technik- und Konsumartikel wie das Kindle von Amazon eine Bereicherung für unser aller Leben ist. Ebenso wie die Google-Suche. Google ist heute nicht mehr aus dem Internet (= Alltag) wegzudenken, mit dem Kindle wird es ebenso sein.
Ob Amazon nun gegen seine Prinzipien verstoßen hat oder nicht – am Ende bleiben sich alle Beteiligten in einer Sache einig: Das Geschäft muss weitergehen. Genau das tut es auch. Ich bin davon überzeugt, dass Amazon keinen Dollar (Euro) Verlust gemacht hat, seit der sogenannte Super-GAU mit dem Kindle passiert ist. Was sind denn überhaupt die Prinzipien? Datenschutz wird wohl nicht dazugehören. Geld zu verdienen schon eher. Ich persönlich bin Amazon nicht böse. Ich bewundere viel eher den raketenhaften Aufstieg vom Internetbuchhändler zum Mediengiganten. Auch wenn Amazon mit dem Kindle einen Fehler gemacht hat, dann weiß ich dennoch Eines ganz genau: Man kann sich als Monopol alles erlauben, auch die Verbannung von George Orwell aus der digitalen Kundenbibliothek. Schlussendlich ist es wie immer: Bad news is good news.
Idee: Gulli:News – Danke!


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