Wörterbuch: “weinerlich”

by frjk on 5. Dezember 2008

Weinerliche Menschen weinen nicht unbedingt öfter als andere, jedoch haben sie die nervtötende Angewohnheit, ihren Senf derart aufdringlich-egozentriert zu servieren, dass man die Wände hochgehen könnte. Mir passiert das häufig, vor allem jetzt, seitdem ich mich in die unantastbare Blogosphäre gewagt habe. Natürlich gibt es kein Zurück mehr und ich stehe allein da, wo sonst niemand stehen will: Im Abseits.

Oje, mir geht es so schlecht. Selbst meine Ironie hat mich im Stich gelassen. Es geht hier doch immerhin um mich und keinen Furz, der gerade das Schreiben erlernt hat. Ab und zu geht es mir so schlecht, dass ich Gedichte schreibe und auf Rezensionen hoffe oder auf den großen Coup, indem mir Reclam ein unwiderstehliches Angebot macht, was mich auf sofortigem Wege (zackig!) in die Bestsellerliste des Stern, Spiegel oder Focus transferiert.

Aber NEIN! Ich sitze hier und schreibe für mich allein; ich weiß es nämlich besser als du, der du dies liest. Ich bin ein Mensch und du nicht. Ich, ich, ich. Jetzt könnte ich schon wieder heulen, weil ich die Massen auf mich einschlagen sehe und weiß, dass meine Tage als Blogger gezählt sind. Sogar mein allzu edler Zug, mich von der Masse per Hochmut und Co. abzuheben, wird demütigend entkräftet, indem man mich verdammt, mir meine Ideen zu einem stinkenden Brei zermalmt und mein Ansehen durch alle Kakao-Sorten dieser beschissenen Erde zieht. Das kotzt mich so an, boah!

Fazit: Ich weine, also bin ich.

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